Gemüse in der Stadt anbauen: Schadstoffe, Abgase und Co. - keine Panik

  • Ist der Verzehr von selbstgezüchtetem Gemüse und Obst von Stadtbalkon schädlich für euch?
  • Wie weit muss euer Anzuchsort von der Straße entfernt sein?
  • Was könnt ihr tun, um euer Gemüse vor Abgasen zu schützen?
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Disclaimer: Wir sind weder Schadstoffexpertinnnen noch raten wir, euch ausschließlich von eurem Balkongemüse zu ernähren.

Ihr möchtet gern euer eigenes Gemüse in der Stadt anbauen, doch neben oder unter euch führt eine vielbefahrene Straße vorbei? Ist euer selbst gezüchtetes Gemüse ohne Bedenken genießbar oder nehmt ihr beim Verzehr zusätzlich eine Portion Feinstaub zu euch? 

Bevor wir mit den Details zur Schadstoffbelastung in der Stadt anfangen:Es gibt (wahrscheinlich) keinen Grund zur Panik. Ja, es gibt einiges an Schadstoffen in unserer Umwelt, aber 1. gibt uns das Balkongärtnern sehr viele (gesundheitliche) Vorteile und 2. dürften wir dann alle gar nicht mehr aus dem Haus gehen, da wir die Schadstoffe ja auch schon über Luft und Lunge zu uns nehmen.Wir wollen euch aber trotzdem über das Thema aufklären, falls ihr Bedenken beim Gemüseanbau auf eurem Stadtbalkon habt.

Woher kommen die Schadstoffe auf eurem Stadtgemüse?

Durch Nah- & Fernverkehr, Industrie und auch Heizungen befinden sich viele Schadstoffe in der Atmosphäre. Vor allem Feinstaub, der zu einem Großteil aus Schwermetallen, wie Blei und Cadmium besteht, tummelt sich in der Luft und damit zum Teil auch in unseren Lungen. Feinstaub ist generell ziemlich unleiwand und kann bei Menschen und Tieren verschiedene Arten von Krankheiten begünstigen. Diese Schadstoffe gelangen außerdem in den Boden und dadurch auch ins Grundwasser, doch deswegen sollten wir uns nicht nur in unseren eigenen vier Wänden verbarrikadieren und nur noch im Wald spazieren gehen. Denn die Bewegung und das Garteln an der frischen Luft – auch, wenn es Stadtluft ist – ist der psychischen und körperlichen Gesundheit sehr zutunlich.

Feinstaubbelastung in österreichischen Städten

In Österreich sind wir meist einer leichten bis moderaten Feinstaubbelastung ausgesetzt und haben im Gegensatz zu vielen anderen Ländern nochmal Glück gehabt (wenn das die Tante Jolesch wüsste). Die Feinstaubbelastung ist in den urbanen Gebieten durch den Straßenverkehr meist größer als auf dem Land, aber auch dort kann es ungünstige Gegenden, z.B. in Flughafennähe geben.

Was heißt das jetzt aber für den Anbau von Obst und Gemüse am Stadtbalkon bzw. im Stadtgarten?

Pflanzen vor Abgasen schützen

Generell raten wir davon ab, Gemüse direkt neben der Südost Tangente anzubauen und zu verzehren. Wie so oft, kommt es auch in der Stadt sehr auf den Standort eures Balkons oder Gartens an. 

Hecke hilft beim Schutz

Wenn ihr einen Garten neben einer vielbefahrenen Straße habt, kann eine dichte Hecke oder Mauer helfen, eure Beete vor Schadstoffen wie Feinstaub zu schützen (und gleichzeitig auch vor den neugierigen Nachbarn) und die Schadstoffbelastung schon erheblich zu reduzieren. Ihr solltet das geerntete Gemüse vor dem Verzehr jedoch unbedingt waschen. 

Auch Rindenmulch, der um die Gemüsepflanzen gestreut wird, kann helfen, die Schadstoffbelastung gering zu halten.

Stadtgemüse – je weiter weg vom Autoverkehr, desto besser

Wenn ihr allerdings schon mehr als zehn Meter von einer Straße entfernt seid, verringert sich die Schadstoffbelastung bereits um ein Vielfaches. Wenn sich euer Balkon oder Garten in einem Innenhof befindet, sinkt die Schadstoffkonzentration um ein Vielfaches und ihr könnt Gemüse, Obst und Kräuter anbauen. Denn schon Gebäude und Mauern können helfen, den Feinstaub “aufzuhalten” und eure Ernte zu schützen.

Grundsätzlich gilt: Je weiter euer Beet von der Straße entfernt ist, desto besser. 

Beim Anbau eurer Blattbuddies solltet ihr unbedingt hochwertige Erde verwenden. Auch ein Hochbeet oder Gefäß, wie ein Blumenkistl oder Kübel sollte dem Anbau direkt in der (Stadt-)Erde vorgezogen werden.

Urban Farming und Nachbarschaftsgärten

Falls euer Balkon direkt neben einer vielbefahrenen Straße liegt, müsst ihr aber natürlich nicht auf das Gärtnern verzichten. 

TL;DR: Man kann auch in der Stadt meist unbedenklich Balkon & Gartengemüse ziehen und essen, wenn euer Beet mehr als 10 Meter von der Straße entfernt ist. Habt ihr einen Garten, kann eine Hecke vor dem Beet die Schadstoffbelastung eindämmen. Rindenmulch und hochwertige Erde helfen zusätzlich, die Schadstoffbelastung eures Gemüses zu verringern.  Ansonsten auf zum nächsten Urban Gardening Projekt! Die Ernte vor dem Verzehr bitte gut waschen.

Haben wir etwas vergessen? Habt ihr eine andere Meinung oder Erfahrung? Schreibt uns und berichtet uns davon! hallo@blattbuddies.at

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